Andreas Tinnemann, einer der sieben Vereinsgründer des TTC Westfalia und heute wohnhaft in Hannover, erinnert sich.

Stefan als junger Abteilungsleiter im Vorgängerverein SC WestfaliaAls Stefan Bartnik 1978 mit seinem Nachbarn Martin Kaczor vom damaligen Vereinsvorsitzenden Heinz Ehrhardt Pohle für die Sport-Union (SU) Herne angeworben wurde, hatten beide schon etwas „Steinplattenerfahrung”. Mir wurde der (noch nicht ganz so) Lange damals als „Bohne” vorgestellt. Dieser Spitzname blieb seitdem - und einige waren tatsächlich nach Jahren überrascht, dass er gar nicht „wirklich” so hieß...

Die fünf gemeinsamen Jahre in der Schule Jürgens Hof in Elpeshof (heute sportliche Heimat des TTC Vöde) begeisterten uns alle nachhaltig, auch wenn sportliche Erfolge eher überschaubar waren. Nachdem wir in unserer letzten Jugendsaison 1982/83 gemeinsam knapp den Aufstieg verpassten, forcierte die Abteilungsleitung der SU den Übergang zum SC Westfalia, wo ein neues Kapitel für uns begann (nicht nur wegen unserer Volljährigkeit). 

1987 (im Jahr unseres gemeinsamen Urlaubs in Lloret de Mar) wurde Stefan bei der Westfalia in den Vorstand gewählt - zunächst als Geschäftsführer, später (nach der Erkrankung von Werner Haverkamp) als „Chef”. Am Ende war er dann sogar länger als dieser Vorsitzender – die Westfalia wurde Stefans Lebenswerk.

Kinderolympiade 1988In den Folgejahren blühte das Vereinsleben auf: Nachwuchsarbeit, Mini-Meisterschaften, Kinderolympiade in Düsseldorf (erstmals 1989), Vergleichskämpfe (früher hieß das wirklich so!) mit den übrigen Abteilungen, Freundschaftsspiele (auch Fußball - nicht immer unfallfrei), die einzigen Vereinszeitungen in der Herner Tischtennis-Szene, diverse Turnierausrichtungen und nicht zuletzt viele gesellige Abende in der (bis heute kaum veränderten) Halle an der Neustraße, dem Kolpinghaus u. a. Locations...

Der heutige Ehemaligen-Stammtisch zur Gründerzeit des TTC WestfaliaNach neun Jahren SCW stand dann Anfang der 90er der nächste unfreiwillige Umbruch bevor: Auf Druck des Hauptvereins spaltete sich die Tischtennisabteilung ab und gründete den TTC Westfalia 1992, den Stefan seitdem entscheidend prägte.

Für mich ging es dann 1993 nach Vöde und zehn Jahre später nach Hannover. Stefan und ich verloren uns aber auch dann nie wirklich aus den Augen. Ein echtes Revival war 2006 unsere gemeinsame Teilnahme an der Senioren-WM in Bremen - zusammen mit dem leider ebenfalls schon verstorbenen Michael Probst verbrachten wir dort eine spannende Woche. Die Idee einer weiteren Großveranstaltung lässt sich nun leider nicht mehr umsetzen...

Zweite Herrenmannschaft SC Westfalia 1988/89Die 48 gemeinsamen Jahre mit Stefan bleiben über das Sportliche hinaus immer unvergessen. So denke sicher nicht nur ich bei Bohne auch an:

  • Seinen Anti-Top-Belag
  • Den Griff zum Taschentuch in entscheidenden Spielphasen
  • Viele interessante Designs von Trikots und Trainingsanzügen über die Jahre, während Stefan selbst eher dem Oberhemd oder Poloshirt (gerne auch kariert) treu blieb
  • Diverse Mannschaftsfeiern in den 80ern in unserer Garage...

Menschlich und für den TTC Westfalia ist der Verlust kaum in Worte zu fassen. Ich bin mir aber sicher, dass es Stefan ein wichtiges Anliegen gewesen wäre, die Gemeinschaft im Verein (und bei unserem „Ehemaligen-Stammtisch”) weiter am Leben zu halten. 

Andreas Tinnemann